Atenea beim Festival Weltoffenes Werder
Am 12. September 2026 war Atenea e.V. beim Festival für ein Weltoffenes Werder dabei — einem Tag voller Musik, Kultur und zivilgesellschaftlichem Engagement auf dem Marktplatz von Werder (Havel).
Das Festival, organisiert vom Aktionsbündnis Weltoffenes Werder, brachte Vereine, Künstler*innen und Anwohner*innen zusammen, um Vielfalt zu feiern und ein klares Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung zu setzen. Auf dem Programm standen Konzerte von Les Bummms Boys, Kama Orchestra und Paul Geigerzähler sowie ein Kinderprogramm, Info- und Mitmachstände und kulinarische Vielfalt aus aller Welt.
Für uns war es eine Ehre, mit einem Stand vor Ort zu sein und unseren Verein einem neuen Publikum vorstellen zu können. Es war eine wunderbare Gelegenheit zu zeigen, was wir machen, unsere Geschichte zu teilen und Menschen zu begegnen, die dieselben Werte von Begegnung, Interkulturalität und Solidarität teilen.
Unsere Rede
Während der Initiativen Talks auf der Festivalbühne hatten wir die Gelegenheit, Atenea e.V. dem Publikum vorzustellen. Wir haben unsere Geschichte, unsere Projekte und das, was diese Gemeinschaft für uns bedeutet, geteilt. Hier ist die vollständige Rede:
Liebe Werderanerinnen und Werderaner, liebe Gäste,
ich möchte euch heute Atenea e.V. vorstellen – und erzählen, warum es uns so wichtig ist, beim Fest für ein Weltoffenes Werder dabei zu sein.
Atenea e.V. ist ein gemeinnütziger, spanischsprachiger Kulturverein aus Potsdam. Seit nunmehr zehn Jahren sind wir dort aktiv. Was als kleine Initiative begann, ist heute eine lebendige Gemeinschaft: Wir zählen mittlerweile über 100 Mitglieder aus mehr als 30 Ländern. Das zeigt uns jeden Tag aufs Neue, dass die spanische Sprache weit mehr ist als die Sprache eines Landes – sie ist eine Brücke, die Menschen aus ganz unterschiedlichen Herkunftsländern zusammenbringt, ob aus Lateinamerika, Spanien oder aus Deutschland selbst.
In diesen zehn Jahren haben wir viel aufgebaut. Von Anfang an war es uns wichtig, nicht nur für Erwachsene, sondern besonders auch für unsere Kinder Angebote zu schaffen. Wir haben Aktivitäten organisiert, in denen Kinder auf Spanisch spielen, singen und basteln können, eine Märchenstunde auf Spanisch, und Ausflüge, bei denen sie spielerisch Potsdam entdecken – immer mit dem Ziel, dass sie ihre Sprache und Wurzeln behalten, während sie hier in Brandenburg aufwachsen.
Aber wir sind viel mehr als ein Angebot für Familien. Wir haben einen Kochworkshop, in dem traditionelle Gerichte aus Lateinamerika und Spanien gekocht werden, einen interkulturellen Chor, der Arbeitslieder aus verschiedenen Traditionen singt, einen Leseclub, Theater für Frauen als Raum für Ausdruck und Kreativität, und eine Bibliothek mit spanischsprachigen Büchern für alle Altersgruppen. Über all diesen Aktivitäten steht ein gemeinsames Ziel: Integration, Interkulturalität und die Stärkung von Frauen.
Zehn Jahre, über 100 Mitglieder, mehr als 30 Länder – das ist keine Zahl auf dem Papier. Das ist gelebter Alltag: Menschen, die sich hier eine neue Heimat aufgebaut haben, Kinder, die zweisprachig aufwachsen, Freundschaften, die über Ländergrenzen hinweg entstanden sind.
Viele von uns tragen zwei Orte in sich. Wir haben ein Stück von uns in unseren Herkunftsländern zurückgelassen – in den Straßen, in denen wir aufgewachsen sind, bei den Menschen, die wir lieben, in Erinnerungen, die uns geprägt haben. Und im Gegenzug haben wir uns ein Stück von diesem Land, von Brandenburg, von Potsdam, in uns aufgenommen. So sind wir nicht mehr ganz von dort und noch nicht ganz von hier – sondern etwas Neues, das aus beidem entstanden ist. Genau das ist es, was wir bei Atenea leben und weitergeben wollen: dass man nicht wählen muss zwischen der einen und der anderen Heimat, sondern beide in sich tragen kann.
Und genau deshalb gehören wir hierher, zum Fest für ein Weltoffenes Werder. Diese Aktionswoche hat in den letzten Tagen gezeigt, wie vielfältig unsere Stadtgesellschaft ist und wie wichtig es ist, dieser Vielfalt aktiv einen Platz zu geben – ob bei der Ausstellung zu den Todesopfern rechter Gewalt in Brandenburg, beim Podiumsgespräch über rechte Gewalt von den 90ern bis heute, oder bei der Wertewanderung, bei der gefragt wurde: Welche Werte tragen unser Zusammenleben?
Atenea e.V. steht für genau diese Werte: Begegnung statt Abschottung, Neugier statt Vorurteil, Gemeinschaft statt Ausgrenzung. Wenn wir heute mit unseren Angeboten hier sind, dann nicht nur, um spanische Kultur zu zeigen – sondern um sichtbar zu machen, dass Menschen aus über 30 Ländern hier in der Region ihren Platz gefunden haben und gemeinsam etwas gestalten. Unsere Kinder, die heute vielleicht mit euch spielen oder singen, sind der beste Beweis dafür, dass Vielfalt kein Problem ist, sondern ein Gewinn für uns alle.
In Zeiten, in denen Rechtsextremismus und Ausgrenzung wieder lauter werden, ist ein Fest wie dieses kein nettes Beiwerk, sondern ein klares Statement: Wir wollen ein weltoffenes Werder – bunt, vielfältig und solidarisch. Und Atenea e.V. ist stolz, seit zehn Jahren ein Teil dieser Geschichte zu sein.
Vielen Dank!
Danke an alle, die uns begleitet haben, und an die Organisation des Festivals für diesen so wichtigen Raum. Wir bauen weiter an unserer Gemeinschaft — hier und überall.
Team Atenea
